Stereo MC's

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Der Weg zu einem der erfolgreichsten europäischen HipHop-Acts war auch für die Stereo MC's ein steiniger. Erst mit dem dritten Album sollte es für das geschlechtlich fair aufgeteilte Sextett plötzlich abgehen wie eine Schneelawine im Pitztal. Die musikalischen Köpfe der Bande bilden allerdings vor allem zwei Personen: Bereits 1985 treffen sich der Londoner Rapper Rob B. (Rob Birch) und DJ/Produzent The Head (Nick Hallam), um zusammen die Hip Hop-Welt aufzumischen. Es erscheinen erste Singles ("What Is Soul?") und 1989 dann endlich das Debutalbum. Aus heutiger Sicht muss man anerkennen, dass vor allem der sogenannte "Trip Hop"-Sound aus Bristol schon damals geboren wurde: rauchgeschwängerter Instrumental-HipHop in Verbindung mit der Atmosphäre mancher Filmsoundtracks bildeten eine Art Grundlage, auf der später Bands wie Massive Attack oder Tricky emsig weiter werkelten. Ihre Verehrung für den Funk und im Besonderen für Grandmaster Flash kommt schließlich auf dem beachtlichen Zweitling heraus. Mit der Background-Sängerin Cath Coffey im erweiterten Line-Up knackt die Single "Elevate My Mind" als erste britische Rap-Produktion die US-Charts. Entgegen der damaligen HipHop-Attitüde legen die MC's von Beginn an viel Wert auf ihre Live-Performance und so sieht man sie 1990 in Reading als eine der ersten Rap-Acts auf einem Rock-Open-Air. Der weltweite Durchbruch gelingt der Band schließlich 1992 mit "Connected". Nicht zuletzt dank nun dreier Background-Mädels, die Birchs Mantra-Raps liebevoll umschmeicheln. Hit-Singles wie "Step It Up", "Creation" und eben "Connected" füllen sie allerorten die Tanzflächen, so dass die Band sogar auf U2s umjubelter "Zooropa"-Tournee den Anheizer spielen dürfen. Außerdem gibt es 1994 die British Music Awards für das beste Album und die beste Band. Danach melden sich die Stereos mit einer "DJ Kicks"-Veröffentlichung auf dem famosen Berliner K7-Label zurück. 2001 steht das Meisterwerk "Deep Down And Dirty" in den Läden. Noch immer sind drei Gesangsdamen am Start, wenn auch Coffey die Einzige aus alten Zeiten ist. Auf ihrem fünften Studioalbum "Paradise" tritt die Mischung aus Routine und Experiment deutlich hervor. Pumpender Tanzstoff, soulig schmeichelnde Hooks und trocken melodiöse Raps - die Stereos MC's kapern den Bewegungsapparat vom ersten Snareschlag an, Widerstand zwecklos. Die britische Dance/Rap-Institution scheint heute kein bisschen an Spannungkraft verloren zu haben.

www.stereomcs.co.uk

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